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Bemerkungen
Die naheliegende Lösung, Informatik als neues selbständiges Fach zu betrachten, wurde bald als unrealistisch aufgegeben; ihre Verwirklichung würde auf unüberwindliche Schwierigkeiten stossen.
Auch ein verpflichtendes Fach Informatik, das helfen würde, Konzepte zu verstehen, die in der heutigen Zeit von großer Bedeutung sind, hat einen sehr schweren Stand gegen die traditionellen Fächer.
[Es] erstaunt mich,
dass im Lehrplan 21 auch in der Oberstufe
kein Fach «Informatik» vorgesehen
ist, also grundlegendes Wissen über die
Funktionsweise von Computern wie Programmieren,
Datenbanken, Datenformate
etc.

Das Ergänzungsfach Informatik soll an den Zürcher
Mittelschulen koordiniert und mit klaren Vorgaben im
Hinblick auf Lehrpläne und die zu erlangenden
Kompetenzen eingeführt werden, und auf ein Hochschulstudium
vorbereiten.
Many computer scientists and teachers who are engaged in the field of Informatics didactics never end to demand an obligatory subject Informatics at schools. Especially in Germany and Switzerland we can find petitions for an establishment of Informatics in general education.
Es ist wie beim Übertritt von
der Agrar- zur Industriegesellschaft,
als Begriffe wie Energie
und Materie wichtig wurden: Da
führte man Physik, Chemie und
Biologie an den Gymnasien ein.
Heute sind es Begriffe wie Information
und Algorithmus, die bestimmend
sind, und darum muss
die Informatik ins Gymnasium.
Wenn die Allgemeinbildung die Aufgabe hat, Lernenden ein Verständnis ihrer Lebenswelt zu ermöglichen, dann gehört heute im Fachbereich «Natur und Technik» nicht nur Physik, Chemie und Biologie für die physische Welt dazu, sondern auch Informatik für die virtuelle Welt, die unser Leben ganz real mit Automatisierung, Internet etc. zunehmend prägt.
Als Folge der Durchdringung des Alltags mit den Ergebnissen der Naturwissenschaften
wurden Physik, Chemie und Biologie in der Schule als Pflichtfächer eingeführt - als Fol-
ge der Durchdringung des Alltags mit den Ergebnissen der Informatik wird das Pflichtfach
Informatik eingeführt - wie in Bayern, Sachsen undMecklenburg-Vorpommern bereits ge-
schehen.
Aber Informatikanwendung allein genügt im Gymnasium nicht! Es braucht daneben - besser wohl: davor - ein eigenständiges Grundlagenfach "Informatik" (nachstehend "Fachinformatik" genannt). In dieser Fachinformatik erhalten Schülerinnen und Schüler das nötige Konzeptwissen, um anschliessend die Informationstechnik in beliebigen Fächern ("Informatikanwendung") und auch selbständig mit Verstand einsetzen zu können.

Mit dem Ergänzungsfach Informatik kommt jedoch nur eine kleine Gruppe Interessierter
in den Genuss einer echten Informatikausbildung. Der Allgemeinbildungsauftrag
des Gymnasiums, seine Absolventen, und zwar alle, auf die heutige
Welt und auf ein Hochschulstudium vorzubereiten, wird damit in einer Kerndisziplin
des 21. Jahrhunderts schlicht nicht erfüllt. Genau deswegen gilt es jetzt, Informatik
als Grundlagenfach in die Gymnasiallehrpläne einzubauen und gleichzeitig
die dafür nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen, namentlich im Bereich der
Ausbildung der Lehrpersonen.
Was könnte Entscheidungsträger in den 16 Ländern davon abhalten, ein Pflichtfach
Informatik für alle Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen von 5 bis 10 einzuführen?
Uns fällt ein: Für ein neues Schulfach müsste man anderen Fächern Stunden wegnehmen
(das ist konfliktbeladen) oder es ergäbe sich eine Stundenerhöhung für die
Schülerinnen und Schüler; fehlende Informatiklehrerinnen und -lehrer; Anschaffungsund
Wartungskosten für vernetzte Computertechnik; Skepsis von Entscheidungsträgern
bezüglich des allgemeinen Bildungsgehalts der Informatik und dessen Notwendigkeit.
Und was spricht für ein Schulfach Informatik? Computer sind überall, ob sichtbar oder
eingebettet. Schülerinnen und Schüler nutzen sie ständig. Überzeugende Beispiele sind
Internet und Mobiltelefon. Dieser Allgegenwart muss sich Schule stellen. Erst das
Hinter-die-Kulissen-schauen lässt Konzepte erkennen, lässt Möglichkeiten und Grenzen
sowie Chancen und Risiken von modernen Informations- und Kommunikationssystemen
bewusst werden; dies auch als Voraussetzung dafür, die Technik kompetent nutzen zu
können. Nur ein guter und anspruchsvoller Informatikunterricht bereitet auf die Erfordernisse
von Berufsausbildung und Studium vor und kann werbend - im besten Sinne
des Wortes - für den IT-Sektor oder ein Informatikstudium sein. Mehr Interessierte an
MINT-Studiengängen und damit auch höhere Absolventenzahlen können dazu beitragen,
den seit Jahren vorhandenen und von verschiedenen Seiten bemängelten Fachkräftemangel
zu verringern. Ein solider Informatikunterricht kann Mädchen und junge Frauen bei
der Entscheidung unterstützen, in diese Richtungen zu gehen.
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